Hinter seinem gütigen Blick

lag unendlich viel Trauer.
Er beherrschte sich sehr.
Sein Aussehen täuschte.
Er war nicht aus der Fassung zu bringen.
Seine Augen und Ohren
waren nach innen gewandt.
Er hörte die Vögel nicht singen.
Er sah die Bäume im Wald nicht mehr.
Er konnte nicht beten.
Bis eine Hand ihn berührte,
die ihn mit Liebe
aus dem Verlies
des eigenen Selbst
in die Weite des Kosmos führte.
Er entdeckte auf einmal
Vögel und Birken,
Menschen und Tiere als
Quellen der Freude.
Seit jener Stunde
sah er Gott in Menschengestalt
und war sich gewiss:
Er wird nie mehr
allein sein.

Kurt Marti, Der tanzende Hiob

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