Ich glaube an Gott,

der für mich
wohl immer unbegreiflich bleiben wird,
unbegreiflich dennoch oder gerade deswegen
für mein Leben.
Der in mir lebt und doch nicht in mir aufgeht.
Der meinem Leben
einen unzerstörbaren Wert gibt,
da er für mich und mein Leid,
ja für das Leid der ganzen Schöpfung,
herabsteigt,
sich in den Morast meines Lebens begibt
und ihn aushält - bis zum Tod.
Er bleibt da, wenn alle anderen bereits geflohen sind.
Er gibt mir Kraft,
wo ich am Ende meines Vermögens anlange.
Er scheut meine Wut nicht,
meine herausfordernden Fragen;
meine Zweifel
lassen ihn dennoch
an der Freundschaft zu mir festhalten.
Er begleitet mich durch meine Ängste hindurch,
ist bei mir,
wenn ich Wege suche zur Freiheit.
Wo Er - Gott - ist,
da geschieht kein Wunder,
doch es wandelt sich der Blick
und der Weg in die Weite steht offen;
da kann ich aufatmen und bleibe am Leben.

Thomas Kammerer

(erstellt auf meinen Exerzitien 2000)

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