Weihnachten: Die Sehnsucht Gottes ist der Mensch!
Warum hat sich Gott eröffnet?
Augustinus gibt eine herrliche, die einzigstmögliche Antwort:
"Die Sehnsucht Gottes ist der Mensch."
Ein ungeheuerliches Wort - denn Sehnsucht kommt nicht vom Suchen,
sondern von "siech" = krank.
Gott ist - in menschlicher Sprache ausgedrückt - geradezu krank
vor Heimweh nach dem Menschen.
Weil Gott nach dem Menschen Heimweh hat,
geht er in seinem Sohn von Haus zu Haus, von Tür zu Tür und klopft an:
"Darf ich kommen ?"
Gott ist immer wie der Vater,
der auf die Rückkehr des verlorenen Sohnes wartet und
- da er es nicht erwarten kann vor lauter Sehnsucht -
ihm entgegengeht.

Weihnachten ist das Fest vom Heimweh,
vom Entgegenkommen Gottes.
Und wenn Gott an eine Türe kommt, poltert er nicht.
Obwohl un-endlich, kommt er behutsam!
Die Juden wußten um die Behutsamkeit Gottes.
Darum lassen sie bei der Passahfeier die Tür einen Spalt breit auf,
damit der hohe Gast nicht zu warten braucht:
Die Sehnsucht Gottes ist der Mensch.

Im Bedenken dieses Tuns Gottes in dieser Nacht
ändert sich die Einstellung zu diesem Gott und zu unserem Leben grundsätzlich:
Wir lassen den Spalt offen für das Kommen unseres Gottes,
in diesem Kind auch zu mir!

Aus den "Persönlichen Aufzeichnungen" von Anton Kner

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