Nimm den Stein fest in die Hand,

fühle ihn.
Er ist hart, so wie unser Herz es oft ist,
hart wie Stein.

Er ist kalt,
und aalglatt,
und gefühllos,
und kantig,
scharf und verletzend

Der Stein ist schwer.
Denke nun in ihn alles hinein, was dich belastet,
all deine Schuld,
all deine Angst,
all deine Agression,
all deine Wut.

Der Stein wird ganz schwer.
Er wird zum Zeichen, zum Symbol,
deines Versagens,
deines Mißtrauens,
deiner Lieblosigkeit,
deiner Unfähigkeit,
deiner Grenzen,
deiner Armut.

Diesen kalten, schweren Stein,
einen Teil deines Lebens,
wirst du allein nicht los.

Gewiß,
du kannst ihn wegschleudern auf andere,
doch bleibt er dein Stein.
Du kannst ihn beiseite legen und verstecken,
doch wirst du immer wieder über ihn stolpern.
Du kannst so tun, als gäbe es ihn nicht,
doch wirst du nicht aufhören, seine Last zu spüren.

Du bist allein mit deinem Stein,
verdammt, ihn zu tragen.
Er ist ein Teil von dir.
Ein Teil deines Lebens, deiner Geschichte.

Nur, wenn einer kommt
und seine Hand um dich legt, um deinen Stein,
wandelt sich deine Kälte um in Wärme.

Nur wenn einer kommt
und dir sagt, ich vergebe dir,
kannst du die Last deines Steines tragen - er-tragen.

Nur wenn einer kommt,
und dir sagt, ich liebe dich
auch mit deiner Schuld,
auch mit deiner Angst,
auch mit deiner Wut,
auch mit deiner Unfähigkeit,
auch mit deinen Grenzen.

Nur wenn so einer kommt,
kannst du lebendig werden.

Herr, erbarme dich unser.

Quelle unbekannt

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